Gestern waren wir beim Design Talk des Design Zentrums Hamburg und es ging um die großen Fragen: Wie verwenden wir LLMs sinnvoll? Wie machen wir KI fairer und transparenter? Wo hilft sie in UX wirklich? Und wie entwickelt man einen bewussten Umgang mit all dem?
Drei Vorträge, ein Raum voller Menschen, die sich irgendwo zwischen „macht Spaß" und „ist extrem fragwürdig" bewegten. Genau da, wo wir uns oft auch wiederfinden.
Ehrlich reden statt Narrative weitertragen
Thorsten Jonas hat den Abend geerdet. Er hat die soziologischen und ökologischen Probleme von KI klar benannt. Sein Plädoyer: im direkten Umfeld ehrlicher über KI reden. Mit Kolleg:innen, mit Kund:innen, mit Freunden.
Das halten wir für extrem wichtig. Hype bleibt Hype und Narrative bleiben Narrative, wenn man sie unkommentiert weiterträgt. Wer KI einsetzt, trägt auch Verantwortung dafür, wie darüber gesprochen wird. Und was dabei unter den Tisch fällt.
Kein Experte, sondern ein cleverer Teenager
Tara Bosenick hatte den wahrscheinlich sympathischsten Vergleich des Abends: Ein LLM ist kein promovierter Experte. Eher ein Teenager. Manchmal brillant, manchmal daneben gegriffen, mit einem Selbstbewusstsein, das nicht immer durch Fakten gedeckt ist. Und mit all den Herausforderungen, die Eltern kennen.
Das ist weder positiv noch negativ gemeint. Es ist einfach eine Realität, mit der wir uns arrangieren müssen. Und es hilft enorm bei der Frage, wie man Ergebnisse einordnet: Du würdest einem Teenager auch nicht blind die Steuererklärung überlassen. Aber für einen ersten Entwurf oder eine andere Perspektive, warum nicht?
Haltung zeigen, wenn es drauf ankommt
Viviane Harder hat gezeigt, wie der Agenturalltag mit LLMs bei Sherpa Design aussieht. Spannend war dabei vor allem der Moment, an dem sie die persönliche Haltung hinterfragt hat, besonders beim Impact für Menschen.
Denn es geht bei KI eben nicht nur um Jobs und Performance. Es geht darum, wer mitgedacht wird. Wer ausgeschlossen wird. Wie sich Zugänge verändern, wenn wir Schnittstellen generisch werden lassen.
Was wir mitnehmen
Der Abend hat uns in dem bestärkt, was wir bei Gute Kombi ohnehin versuchen: KI nicht als Abkürzung zu behandeln, sondern als Werkzeug mit Haltung. Bewusst einsetzen, wo es hilft. Ehrlich benennen, wo es Grenzen hat. Und die Menschen mitdenken, für die wir eigentlich arbeiten.
Danke an das Design Zentrum Hamburg und an alle drei Sprecher:innen für die klaren Gedanken. Es hat viel Spaß gemacht ✌️